ATTACKE 09: Werde ein Fan

Die Idee: Jeder von uns braucht Leute, von denen wir wissen, dass wir ihnen wichtig sind.

Als ich noch Jugendpastor war, habe ich mich zuerst ständig geärgert, wenn Jugendliche unsere Programme verpassten, weil sie irgendwo eine Sport-, Tanz-, Musik- oder Theateraufführung hatten. „ATTACKE 09: Werde ein Fan“ weiterlesen

ATTACKE 08: Die abgelaufene Parkuhr ist doch nicht abgelaufen

Die Idee: Wenig nervt mehr, als sich 10 Minuten zu verspäten und – entgegen aller Hoffnung – den Schein von der lieben Politesse unter dem Scheibenwischer zu entdecken. Du kannst die Welt verbessern, indem du einer Person dieses miese Gefühl ersparst.

Die Attacke: Wenn du siehst, dass eine Parkuhr oder ein Parkschein gerade abgelaufen ist, dann schmeiß ein paar Groschen nach oder löse einen neuen Schein, auch wenn das Auto nicht dir gehört.

ATTACKE 07: Klingeling und weg…

Die Idee: Jedes (groß gebliebene) Kind spielt gerne Klingelstreiche. Die Idee ist ganz einfach: Klingeln – Weglaufen – Verstecken – Sich im Versteck kaputtlachen, wenn der „Beklingelte“ verdutzt nach dem klingelnden Übeltäter sucht.

Weil das Ganze so viel Spaß macht, wir aber auch gleichzeitig, als Jugendgruppe die Welt verbessern und nicht nur nerven wollten, haben wir es uns zur Tradition gemacht, genau dieses kleine Spielchen, zu Beginn eines Schuljahres, mit einer Riesenbackaktion zu verbinden. „ATTACKE 07: Klingeling und weg…“ weiterlesen

ATTACKE 04, 05 und 06: Gute Nachricht

Die Idee: Wenn wir ehrlich sind, hören wir schlechte Nachrichten eigentlich lieber als gute. Es ist unglaublich, wie viel Unsinn geradezu gefeiert wird. Die kleinen, unauffälligen Taten, die das Leben lebenswert machen, gehen oft unter und können demnach auch nicht nachgeahmt werden.

Während unserer Kinder-Camps in Kanada haben wir immer wieder so kreativ wie möglich versucht, unseren Campern beizubringen, wie anders, ja fast gegensätzlich sich Jesus Gottes „neue Welt“ vorgestellt hat. Teil davon war es, gute Taten zu feiern und die Täter zu ehren. Hier sind ein paar Ideen: „ATTACKE 04, 05 und 06: Gute Nachricht“ weiterlesen

ATTACKE 03: Dreck weg!

Die Idee: Ich hatte letzte Woche ein auf den ersten Blick unscheinbares, aber dennoch tiefspirituelles Erlebnis. Ich sitze auf meinem Fahrrad, programmiere meinen MP3-Spieler für meine morgendliche Fitnesstour um den See, und als ich gerade wieder losrollen will, merke ich, dass mir ein leicht verrotztes Taschentuch aus der Jacke gefallen ist. „ATTACKE 03: Dreck weg!“ weiterlesen

ATTACKE 02: Schreibe über jemanden, der Dich inspiriert hat

Die Idee: Vor ein paar Jahren musste ich (für mich viel zu) früh morgens auf dem Flugplatz sein, um von Vancouver nach Calgary zu fliegen. Ich bin ein richtiger Morgenmuffel, der vor neun Uhr und ohne genug Espresso eigentlich nicht zu genießen ist.
An besagtem Morgen (also nachts…) torkelte ich also irgendwie aus meinem Auto, um mich von einem Shuttlebus zum Einchecken befördern zu lassen. Und dann kam Charley, der Busfahrer, der meinen Morgen veränderte. „ATTACKE 02: Schreibe über jemanden, der Dich inspiriert hat“ weiterlesen

ATTACKE 01: Schreibe an jemanden, der dich inspiriert hat

Die Idee: Irgendjemand hat mal gesagt, dass der Mensch für jede Kritik mindestens zehnmal gelobt werden muss. Die meisten von uns kriegen eher selten zu hören, dass wir etwas total gut gemacht haben oder vielleicht sogar, dass wir jemanden inspiriert haben. Ich glaube, es würde mehr Gutes getan werden, wenn wir nur ab und zu mal hören: „Was du tust, das hilft mir!“ „ATTACKE 01: Schreibe an jemanden, der dich inspiriert hat“ weiterlesen

Kokusnuss-Ritter

Ein deutscher Theologe steht vor zwei Türen. Über der ersten steht „Himmel“, über der zweiten steht „Diskussion über den Himmel.“ Der Theologe überlegt nicht lange und geht durch die zweite Tür.“ (frei nach Helmut Thielecke)

Vor knapp drei Jahren hatte ich ein Erlebnis, das so einschneidend war, dass es meine Idee vom Christsein ziemlich über den Haufen geworfen hat.

Ich war damals Pastor einer ziemlich coolen kleinen Gemeinde in der Nähe von Vancouver. Zusammen mit einer kleinen Gruppe hatten wir diese Gemeinde gegründet, weil die meisten von uns Freunde hatten, die sich gerne mit diesem mysteriösen Gott auseinandersetzen würden, aber die existierenden Gemeinden in unserer Gegend als irrelevant und lebensfern abtaten. Wir setzten uns also das Ziel, Gemeinde sehr untraditionell und so „relevant“ wie möglich zu gestalten.

Wir legen also los! Ziemlich schnell kommen neue Leute dazu, Freundschaften entstehen, wir arbeiten und feiern zusammen, und irgendwann kommt natürlich die Frage auf: „Was muss ich machen, wenn ich in diesen ‚Gott-Klub’ eintreten möchte?“

Die Frage haben wir natürlich erwartet und fangen nun schnell damit an, regelmäßig „Gott-Klub-Beitreter“-Seminare anzubieten.


Und eines dieser Seminare hat mir dann meinen schönen Glauben versaut!
Weil ich der Pastor bin, darf ich mir die richtig guten Seminarthemen aussuchen: „Was heißt das eigentlich Christsein?“ und „Gemeinde, Kirche, Gott-Klub, wie lebt man das?“
Ich schenke mir also noch eine letzte Tasse Kaffee ein, bevor ich loslegen will. Mein Manuskript kenne ich auswendig.

Frage: Wie würdest du einen Christen definieren?
Antwort: Es gibt vier Formeln, an die man glauben muss.

1. Gute Nachricht: Gott möchte dein Freund sein.
2. Leider hast du ein Egoismus-Sünden-Problem, das dich und andere zerstört und als Gottblockade dient.
3. Aber supergute Nachricht: Gottes Sohn, Jesus, hat am Kreuz für jede Sünde bezahlt und sozusagen ein Brücke gebaut.
4. Wer das akzeptieren kann, ist sozusagen Christ und kommt in den Himmel!

Das steht also in meinem Manuskript, daran glaube ich. So ist mir seit meiner Kindheit die Bibel erklärt worden. Und plötzlich, als ich mir meine Kaffeetasse vollmache, kommt dieser doofe Gedanke, der mir meine Unterrichtslektion versaut: Alles Schwachsinn!

Wieso Schwachsinn? Ich habe doch für jede dieser Formeln mindestens drei Bibelstellen auswendig gelernt.

Aber dieser „Das stimmt so nicht!“-Gedanke geht einfach nicht weg.

Und plötzlich kommt mir ein Bild in den Kopf…


Eine Szene aus Ritter der Kokosnuss von Monty Python:
In der Szene kommen König Arthur und seine verwegenen Ritter an eine Brücke, die über eine Schlucht führt. Die Brücke wird von einem hässlichen Gnom bewacht und man muss drei Fragen richtig beantworten. Schafft man das, darf man über die Brücke gehen. Liegt man falsch, fliegt man in die Schlucht. Als sich endlich einer der Ritter traut, bekommt er die folgenden Fragen:
1. Wie heißt du?
2. Was ist deine Mission?
3. Was ist deine Lieblingsfarbe?
Einfach, er darf gehen. Doch bei den folgenden Rittern kommen dann gerne auch mal Fragen wie „Was ist die Hauptstadt von Assyrien?“ und ein paar Ritter fliegen in die Schlucht. Die Szene endet damit, dass der Gnom selbst in die Tiefe stürzt, weil er den Unterschied zwischen einer europäischen und afrikanischen Schwalbe nicht kennt.

Was hat diese blöde Szene auch nur im Entferntesten mit meiner Suche nach einer Definition eines Christen zu tun?

Ganz einfach, der Weg in den Himmel ist mir selber so ähnlich erklärt worden:

Eines Tages stehst du an der Himmelspforte und Jesus wird dich fragen: „Warum soll ich dich in meinen Himmel lassen?“

Falsche Antwort: „Weil ich noch ein bisschen besser gelebt habe als meine Frau, und die war meistens voll lieb!“ Falsch, runter in die Hölle!

Richtige Antwort: „Ich habe die vier Formeln auswendig gelernt und sie im Glauben für mich angenommen. Und, weil du es versprochen hast, Jesus, musst du mich jetzt reinlassen, ob du willst oder nicht!“


Sicherlich überspitzt, aber so ähnlich hatte ich bis jetzt geglaubt, und jetzt auf einmal der Gedanke: „Stimmt nicht! Das darfst du deinen Leuten nicht so erklären!“ Warum?

• Wenn Christsein irgendetwas mit einer Beziehung zu tun hat, lässt sich das nicht über ein paar niedliche Formeln definieren.

• Wenn Christsein etwas mit Beziehung zu tun hat, dann kann es nicht nur ein intellektuelles „Kopfding“ sein. Hauptsache du weißt und glaubst das richtige!

• Wenn Christsein etwas mit Beziehung zu tun hat, kann es nicht nur um einen Event aus der Vergangenheit gehen, an den ich glauben muss, damit meine Zukunft (Himmel) gesichert ist. Nach dem Motto: „Jesus ist vor 2000 Jahren für mich gestorben; eigentlich egal, ob er im Moment lebt oder tot ist, Hauptsache er wacht rechtzeitig auf, wenn ich vor der Himmelspforte die richtige Antwort geben muss.“ Wenn Christsein eine Freundschaft mit Jesus ist, dann muss das Ganze meine Gegenwart verändern!


Viele gute Ansätze, aber wie erkläre ich jetzt meinen zukünftigen „Gott-Klub-Beitretern“ was Jesus eigentlich wollte und was es heißt, ihm nachzufolgen? Auf einmal fühle ich mich sehr unvorbereitet. Dummes Timing für eine Glaubenskrise.

Also, was ich gerne von euch wissen möchte:

Wie hättet ihr meinen Gott-Klub-Beitretern erklärt, wie man Jesusnachfolge definiert?!