Nackt

„Miss noch mal nach, 28 cm kann gar nicht sein!“ Das waren die Worte, aus der Umkleidekabine der Muckebude, die ich beim Duschen zufällig mitbekomme und die mich jetzt zum Lauschen animieren.

Da stehen doch tatsächlich zwei 20-jährige Männer, messen sich gegenseitig den Bizeps und der eine wird immer trauriger und aggressiver, weil der gute Muskel einfach nicht schnell genug wachsen will. Wenn der gleich noch anfängt zu weinen, gehe ich raus und tröste ihn! „Nackt“ weiterlesen

Alternativer Adventskalender

Hier eine Idee, für die wir Mitmacher suchen!

Meine drei Kinder Jubilee, Lukas und Kasey versuchen sich dieses Jahr an einem alternativen Adventskalender. Bevor sie sich, wie gewohnt, Schokolade zwischen die Zähne schieben, laufen sie durchs Haus, um nachzuchecken, was wir alles haben, das nicht selbstverständlich ist. Dafür legen wir uns dann eine Steuer auf, die an einen guten Zweck gespendet werden soll. „Alternativer Adventskalender“ weiterlesen

Was ist wichtiger?

Anfang des Schuljahres saßen wir, zur Ehren unserer Tochter Jubilee, in der ehrwürdigen Aula der Realschule und durften miterleben, wie eine Theatergruppe zur Einschulung, jedes neue Schulfach, in kreativen, witzigen kleinen Sketchen, vorstellte.

Eine Handvoll Schüler geduldig, in einer Warteschlange, Regenschirm und Zeitung unter dem Arm … Englisch

Vier Schüler, in Badeanzügen, die sich fröhlich Wasserbälle zuwerfen … Schwimmen

… Und dann kam Religion! „Was ist wichtiger?“ weiterlesen

Alles meins

In einer der Simpsons Episoden spricht der große 10-jährige Theologe Bart das Tischgebet. „Danke für gar nichts. Wir haben schließlich alles selbst bezahlt!“
Ich liebe die Simpsons, weil sie häufig das aussprechen oder karikieren, was wir alle denken, uns aber eben nicht trauen auszusprechen.

Der äußerst ansteckende Virus des Anspruchsdenkens ist erschreckend weit verbreitet.

Natürlich habe ich das Recht, zu jeder Jahreszeit, mein Lieblingsobst im Supermarkt kaufen zu können. „Alles meins“ weiterlesen

Die ungewollte Geburtstagsfeier

jesus christmas.bmpEinen Monat vor Weihnachten nehmen meine drei Kinder regelmäßig an der „Weihnachten im Schuhkarton“ Aktion teil. Die schöne Idee dahinter ist es Kindern ein Weihnachtsgeschenk zu machen, bei denen am 24. Dezember sonst eher wenig oder nichts auf dem Gabentisch liegen würde.

Unsere Familie ist also los und Jubilee, Lukas und Kasey haben Spielzeug und Süßigkeiten zusammengesucht, über die sich „ihre“ Kinder bestimmt freuen würden.

Kasey (6) hatte ein kleines Mädchen aus Indonesien, für die sie unbedingt schöne Haarbänder kaufen wollte.

Wir haben uns dann doch dagegen entschieden. Das perverse war nämlich, dass Kaseys kleines Mädchen aus Indonesien stammte. „Die ungewollte Geburtstagsfeier“ weiterlesen

Schlammschlacht

Es gibt eine alte, überlieferte Geschichte von Jesus und seinen Jüngern, die ich sehr schön finde.

Eines Morgens gehen Jesus und seine Jünger in den See, um sich zu waschen. Als Petrus gerade dabei ist seine Füße zu schrubben, entdeckt er eine großen Matschklumpen und bekommt eine phantastische Idee. „Der liebliche Johannes, der immer so lieb tut, steht gerade in Reichweite. Mal sehen, ob der immer noch so selig guckt, wenn der auf einmal eine Hand voll Schlamm im Mund hat. „Schlammschlacht“ weiterlesen

Weniger kaufen… mehr leben

adbusterjesus.pngAls ich Sonntagnachmittag mit meiner Familie vom Bowling zurückkam waren sie wieder da. Zu Tausenden waren sie, wie Motten zum Licht, in das große Möbelhaus unserer Stadt gefahren, weil der Möbelmann 10 Euro Coupons verschickt hatte. Es hatte schon etwas von einem Zombiefilm, als sie dann alle mit ihren riesigen Plastiktüten, voll gepackt mit den neue erworbenen Schätzen zurück zu ihren Autos wanderten.
Ich hab mal irgendwo gelesen, dass die Amis mehr Geld allein für Plastiktüten ausgeben, als die Hälfte der Welt für ALLES. Soweit dahinter können wir Deutschen prozentuell gesehen auch nicht sein. „Weniger kaufen… mehr leben“ weiterlesen

Meine Freundin Jen

Versuche dir mal die folgende Szene vorzustellen: Ich habe gerade meine erste Stelle als vollzeitlicher Jugendpastor angetreten, es ist Freitagabend, Zeit für meine erste, übervorbereitete Bibelarbeit. Alles klappt hervorragend, ich frage mich gerade, warum ich überhaupt so nervös war, die Jugendgruppe lauscht gespannt meinen Worten, die Spannung steigt, ich komme langsam aber sicher zum entscheidenden Moment meiner Geschichte, da…

…springt ein 14-jähriges Mädchen aus ihrem Stuhl, rennt einmal komplett durch den Raum, zurück zu ihrem Sitz. Den Rest der Andacht konnte ich so ziemlich vergessen. Das war meine erste Begegnung mit der hyperaktiven Jen. „Meine Freundin Jen“ weiterlesen

Fairtrade Coffee nach dem Gottesdienst

Ich habe zu Hause in Kanada, wo ich lange gewohnt habe, einen guten Freund. Das witzige an dieser Freundschaft war, dass ich von Beruf und aus Überzeugung Pastor war und John, wegen etlicher schlechter Erfahrungen, mit Kirche nicht viel anfangen konnte.
„Das musst du dir so vorstellen,“ hat er mir mal erklärt, „wenn du eine ganz schlimme Erfahrung bei einem Zahnarzt hast, können die nächsten Besuche noch so schön sein, ein bisschen Angst und ein ungutes Gefühl bleiben immer. Aus dem gleichen Grund habe ich echt Probleme, in den Gottesdienst zu kommen.“

Sein Argument machte Sinn und so fand unser gemeinsamer Gottesdienst wöchentlich in unserer Lieblingskneipe, dem Lighthouse Pub, statt. „Fairtrade Coffee nach dem Gottesdienst“ weiterlesen

Theologiestunde beim Zahnarzt

… sind wir Christen wirklich an der Zerstörung der Erde schuld?

Erste Szene: Ein altes Holzhaus
Ein paar Freunde lebten vor etlichen Jahren in einem alten Holzhaus. Irgendwann teilte ihr Freund, der Vermieter, ihnen mit, dass er sein Haus demnächst gerne abreißen lassen würde, um neu zu bauen. Er scherzte sogar, dass es eine große Hilfe wäre, wenn die Wohnung aus Versehen „abfackeln“ würde, weil dann ja die Versicherung helfen würde, sein neues, schönes Heim zu finanzieren.

Jetzt kann wahrscheinlich jeder raten, mit welcher Sorgfalt meine Freunde das alte Haus nach dieser Mitteilung bewohnt haben. Es gab sowieso wenig zu retten, das Material war verbraucht und wartete nur darauf weggehauen und verbrannt zu werden. „Theologiestunde beim Zahnarzt“ weiterlesen

ATTACKE 13: Hit and Run

Die Idee: Das „Hit and Run“-Bild ist eigentlich
ein ganz negatives. Ich bin in Gebieten gewesen, wo jedes Fenster barrikadiert
ist, weil es sich jemand – scheinbar ohne Grund – zum Hobby gemacht
hat, heimlich vor ein Gebäude zu fahren, wild zu schießen und dann
einfach abzuhauen. Das Haus und besonders die Menschen im Haus sind nach so
einer Attacke nie wieder die Selben.

Die Attacke: Besucht heimlich ein paar Häuser und tut
ihnen etwas Gutes; z.B. Fegen, Blätter harken, Rasen mähen, Schnee
schieben, etc. „ATTACKE 13: Hit and Run“ weiterlesen

Nachwort: Eine kleine Geschichte über den Ursprung der Liebesattacken

a) Das Alte Testament in knapp fünf Minuten

Vielleicht hilft diese Zusammenfassung der 39 Bücher des Alten Testaments mit der Erklärung, warum Taten so wichtig sind.

Die Schöpfung
Es fing alles so gut an: Gott macht alles und er macht alles gut.

Die Rebellion
Mensch, ein ganz wichtiger Teil der Schöpfung, denkt er wäre ein besserer Gott als Gott und rebelliert gegen das einzige Gesetz, das Gott ihm gegeben hat. Danach geht für uns Menschen so ziemlich alles schief. Es ist auch problematisch, wenn sich auf einmal hunderte und tausende von Menschgöttern bekriegen! „Nachwort: Eine kleine Geschichte über den Ursprung der Liebesattacken“ weiterlesen

ATTACKE 32: Umzugsservice

Die Idee: Sehr wenig Situationen sind stressiger als ein Umzug. Ich habe bisher das Glück gehabt, fast immer eine Menge Freunde, Verwandte, Gemeinde, manchmal sogar eine 50-köpfige Jugendgruppe zur Hilfe gehabt zu haben, wenn ich mal umziehen musste.

Ich kann mich noch genau erinnern, wie nach einem Jugendevent spontan 40 Jugendliche mit mir nach Hause gefahren sind und in einer knappen Stunde mehr Möbel und Kram verrückt haben, als wir an zwei Tagen geschafft hätten. Mehr Spaß hat das Ganze so auch gemacht, solange keiner meine Frau auf einen Kartoffelsack anspricht, der Monate später – an einem total unergründlichem Ort – für einige Aufregung gesorgt, weil er etlichen kleinen Tierchen Unterschlupf gewährte. „ATTACKE 32: Umzugsservice“ weiterlesen

ATTACKE 30: Jemanden zum Essen einladen, ohne dass der es weiß

Die Idee: Mit dieser Idee bin ich selber mal attackiert worden. Da sitze ich mit meiner Familie in einem Cafe und wir schaufeln uns Waffeln und heißen Kakao rein. Wir haben richtig gefeiert, bis es Zeit war zu zahlen.

Als ich die gute Serviererin ansprach, erzählte die mir, dass jemand heimlich für uns bezahlt hatte. Selbst für ein gutes Trinkgeld hatte der gute Spender gesorgt. (Was den Kreis von Verdächtigen ganz klar einengte!) „ATTACKE 30: Jemanden zum Essen einladen, ohne dass der es weiß“ weiterlesen