„BLIND“ WILLIE JOHNSON

 

BlindWillieJohnson

Unser guter Freund Graham Ord hat uns heute während eines Bluegrass-and Pancake Breakfast die Geschichte von „Blind” Willie Johnson (* 22. Januar 1897; † 18. September 1945) erzählt.

Willie wächst in schwierigen Verhältnissen, in den Südstaaten auf. Seine Mutter stirbt vielzu früh, sein Vater ist gewalttätig und seine neue Stiefmutter schüttet dem 7-jährigen Jungen in einem Wutanfall Lauge in die Augen, so dass er von da an blind ist.

Später verdient sich Willie mit Strassenmusik sein Geld, entwickelt eine ihm eigene Slideguitar Technik und um sich über den Strassenlärm Gehör zu verschaffen eine ganz persönliche Art um laut zu singen. Durch das Zureden seiner Frau nimmt er immerhin dreimal in seinem Leben einige Lieder auf.

1945, vielleicht auch erst 1947, brennt sein Haus nieder. Da Willie jedoch sehr arm ist, bleibt im nichts anderes übrig, als weiterhin in der Ruine zu leben. Blind Willie Johnson stirbt kurze Zeit später an einer Lungenentzündung. Nicht unbedingt das Leben, das man sich wünscht.

Die meisten von uns leben mit der Hoffnung, dass irgendetwas von uns bleibt, dass wir die Welt irgendwie besser gemacht haben. Das ist natürlich lobenswert, kann aber auch manchmal in eine Krampf bzw. einen Leistungsdruck ausarten, der und erschöpft und ungeniessbar macht. Willie hatte diese wenigen Momente, diese drei Schallplattenaufnahmen, die hunderte von Musikern beeinflusst haben. Seinen Namen kennt kaum einer aber ob wir es wissen oder nicht, wir alle haben schon von ihm gehört. Daran möchte ich mich erinnern, wenn ich mir wieder Sorgen mache, ob das was ich tue wirklich bleibt und dieser Welt gut tut. Manchmal ist es nur diese eine Begegnung, dieser eine Moment oder drei Aufnahmen, die diese Welt besser machen.

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